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Dachlandschaft Dresden
Atemberaubende Aussichten aus den oberen Geschossen wiegen für viele Bewohner den Image-Nachteil von Plattenbauten auf. Wer die Gelegenheit hatte, sich von dem Blick auf die Stadt und die ferne Landschaft zu überzeugen, kann erahnen, welche Potenziale auf ungenutzten Dachflächen schlummern. Somit stellt sich die Aufgabe einer Aussichtsplattform mit vielfältigem Angebot auf einem Plattenbau in Dresden zu konzipieren, die das Erlebnis der Höhe mit all seinen Sinnen zu einem besonderem Ereignis werden lässt. Darüber hinaus dient es dem Entwurf der strengen Geometrie des Plattenbaus eine andere räumliche Geometrie- die der schiefen Ebene - entgegenzusetzen. Ein Prinzip, das sich an dem Vorbild der Landschaft, des reliefartig gedachten Terrains orientiert.
Der Entwurf operiert mit schrägen Dreiecksflächen, die Wahrnehmungsgehäuse in sich verbergen, um die Sinne des Besuchers zu schärfen. Es gibt zum Beispiel einen Fokus, der die Altstadt von Dresden ins Visier nimmt. Auch das Spiel mit dem Wind wird an einer Stelle des Entwurfes thematisiert. Es gibt weite offene Flächen, in denen man dem Wind ausgesetzt ist, aber auch Tunnel oder eine „Hörmuschel“, in der man den Wind nur akustisch wahrzunehmen vermag. Des Weiteren gibt es Möglichkeiten, sich auf den Dreiecksflächen extrovertiert zu zeigen, sowie im Gegensatz dazu, in introvertierte Gehäuse abzutauchen und nur sich selbst zu erleben. Das Spiel mit der Höhe wird schon durch die genannten Aussichten beschrieben, jedoch an einer Stelle der Landschaft, durch die Begehung eines Steges auf die Spitze getrieben. Im Gegensatz zu dem Fokus auf die Stadt Dresden, gibt eine Aussichtsplattform im Osten die freie Sicht auf die Auenlandschaft vor den Toren Dresdens frei.
Insgesamt dient diese Art von Dachlandschaft dazu, den Besucher frei zu machen von seinem Alltag, ihm einfach mal wieder für eine kurze Zeit die wesentlichen Dinge sehen zu lehren. |