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Zeitschichten - Besucherzentrum für das Olympische Dorf von 1936
Berlin
Das neue Entrée in das olympische Dorf wird einige Meter weiter östlich vom jetzigen Eingangsbereich platziert. Dort bildet sich ein neutraler Ausgangspunkt für die Entdeckung der Elemente des Ortes. Der ambivalente Umgang mit der idealisierten Landschaft und die zunächst distanzierte Betrachtung der Baudenkmäler sind Teil des Gesamtkonzeptes und werden schon am Eingang spürbar.
Die Scheiben bilden das Gegenüber zu den gebauten Volumen der unterschiedlichen Zeiten, stören als räumliche Elemente die landschaftliche Idylle und sind in ihrer grenzbildenden Wirkung Symbol für das zwiespältige Spannungsfeld zwischen Sport, drittem Reich und DDR. Zudem können die Schichten auch als Materialisierung der unsichtbaren Grenze zwischen Infanterieschule und Lazarett verstanden werden. Der propagandistische Hintergrund der ideologischen Vermengung von Sport und Militär durch die Betonung der vorgeblichen Gemeinsamkeit wird zum Absurdum geführt. Die horizontal ausgerichtete, streifenartige Struktur der Wände ermöglicht zunächst nur ein bruchstückhaftes Erfassen des Gebietes; lediglich gezielte Aussparungen, die zu markanten Objekten weisen, geben den Blick frei. So ist der Weg zum Empfangsgebäude gekennzeichnet von einem Wechsel aus verklärter und klarer Sicht auf das Gesamtensemble und einzelne Zeitzeugen. |